Im Autohaus werden täglich operative Kennzahlen gesteuert: Auslastung, Verrechnungssätze, Produktivität oder verkaufte Stunden. Diese Kennzahlen sind wichtig, beantworten aber nur bedingt die entscheidende Frage nach der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Gesamtbetriebs. Genau an dieser Stelle setzt die Service-Absorptionsrate an.
Sie beschreibt, in welchem Umfang das Ergebnis aus Kundendienst und Teiledienst –gemessen als DB III – ausreicht, um die indirekten Kosten und Verwaltungskostendes Autohauses zu decken. Damit ist die Service-Absorptionsrate keine Werkstattkennzahl im klassischen Sinne, sondern eine strategische Ergebniskennzahl auf Betriebsebene.
Was genau sagt die Service-Absorptionsrate aus?
Die Service-Absorptionsratestellt das wertmäßige Ergebnis des After-Sales-Geschäfts den strukturellen Kosten des Gesamtbetriebs gegenüber. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Umsatz und auch nicht der Bruttogewinn, sondern der DB III –also das Ergebnis nach Abzug aller direkten Kosten der Kostenstellen Kundendienst und Teiledienst.
Die Kennzahl beantwortet damit eine zentrale unternehmerische Fragestellung:
Trägt das After-Sales-Geschäft mit seinem Ergebnis die gesamten Strukturkosten des Autohauses?
Mit den Strukturkosten sind als indirekte Betriebskosten, Verwaltungskosten und weitere allgemeine Overheadkosten gemeint, die von den Kostenstellen im Sales und After Sales grundsätzlich mit erwirtschaftet werden müssen.
Gerade diese Ergebnislogik macht die Service-Absorptionsrate so wertvoll. Sie zwingt dazu, die Kostenstellensauber zu betrachten und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des After Sales realistisch einzuordnen.
Warum ist die Service-Absorptionsrate eine zentrale Steuerungsgröße?
Die besondere Stärke der Service-Absorptionsrate liegt darin, dass sie zwei Ebenen miteinanderverbindet: das operative Ergebnis der Kostenstellen Kundendienst und Teiledienst einerseits und die Kostenstruktur des Gesamtbetriebs andererseits. Sie schafft damit Transparenz darüber, wie belastbar das After-Sales-Geschäft tatsächlich ist und welchen Beitrag es zur Deckung der strukturellen Kostenleistet.
Für die Unternehmenssteuerung ist das entscheidend. Wer seine direkten Kosten im After Sales deckt, gewinnt unternehmerischen Handlungsspielraum. Entscheidungen im Vertrieb müssen dann nicht primär aus Kostendruck heraus getroffen werden, sondern können stärker ergebnisorientiert erfolgen.
Berechnung der Service-Absorptionsrate
Herleitung, Formel und Rechenbeispiel
Die Service-Absorptionsrate folgt immer der klaren Deckungsbeitragslogik.
Ausgangspunkt ist der DB III im Kundendienst undder DB III im Teiledienst. Beide Ergebnisse berücksichtigen bereits sämtliche Einzelkosten, Personalkosten und direkten Betriebskosten der jeweiligen Kostenstellen. Zusammen ergeben sie den DB III After Sales gesamt.
Dem wird der Strukturkostenblockdes Gesamtbetriebs gegenübergestellt.
Die Formel lautet:
Service-Absorptionsrate
= DB III Kundendienst + DB III Teiledienst
÷ Strukturkostenblock des Gesamtbetriebs
Beispielrechnung:
DB III Kundendienst: 420.000 €
DB III Teiledienst: 310.000 €
→ DB III After Sales gesamt: 730.000 €
Indirekte Betriebskosten: 650.000€
Verwaltungskosten: 40.000 €
→ Strukturkosten gesamt: 690.000€
Die Service-Absorptionsratebeträgt damit:
730.000 € ÷ 690.000 € = 105,8 %
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Interpretation
Eine Service-Absorptionsrate von über 100 % bedeutet, dass der DB III aus Kundendienst und Teiledienstausreicht, um die indirekten Kosten und Verwaltungskosten des Autohauses vollständig zu decken. Der After Sales leistet in diesem Fall einen positiven Ergebnisbeitrag auf Betriebsebene.
Liegt die Kennzahl unter 100 %,werden die Strukturkosten nicht vollständig durch das After-Sales-Ergebnisgetragen. Bei einer Service-Absorptionsrate von rund 100 % ist der Kostenblockrechnerisch gedeckt.
Wichtig ist dabei: Die Service-Absorptionsrate ist kein Selbstzweck. Sie ist immer das Ergebnis der zugrunde liegenden Erlös- und Kostenstruktur.
Wie bleibt die Service-Absorptionsrate stabil?
Eine stabile Service-Absorptionsrate entsteht nicht durch einzelne operative Maßnahmen, sondern durch ein dauerhaft tragfähiges Zusammenspiel aus Ergebnisqualität und Kostenkontrolle.
Auf der Ergebnisseite ist entscheidend, dass der DB III im Kundendienst und Teiledienst belastbar bleibt. Veränderungen im Markt, etwa durch Elektromobilität, veränderte Wartungsumfänge oder Verschiebungen im Teilegeschäft, wirken sich direkt auf die Ergebnisstruktur aus. Entscheidend ist dabei nicht die Umsatzentwicklung, sondern die Qualität des Ergebnisses nach direkten Kosten.
Gleichzeitig erfordert eine stabile Service-Absorptionsrate ein aktives Management der Strukturkosten. Indirekte Kosten und Verwaltungskosten müssen transparent ausgewiesen, verursachungsgerecht betrachtet und konsequent gesteuert werden. Nur wenn beide Seiten – Ergebnisentwicklung im After Sales und Kostenstruktur des Gesamtbetriebs – im Gleichgewicht bleiben, ist die Kennzahl langfristig aussagekräftig.
Fazit
Die Service-Absorptionsrate ist eine der wichtigsten Kennzahlen zur wirtschaftlichen Beurteilung eines Autohauses. Sie zeigt, wie tragfähig das After-Sales-Geschäft auf Ergebnisbasis ist und welchen Beitrag es zur Deckung der strukturellen Kosten leistet.
Aus unserer Beratungspraxis bei bekumoo lässt sich klar sagen:
Erst eine saubere DB-III-Betrachtung in Kundendienst und Teiledienst in Verbindung mit einem transparenten Kostenmanagement macht die Service-Absorptionsrate zu einem wirklichen Steuerungsinstrument.
Autohäuser, die diese Kennzahlverstehen und regelmäßig analysieren, schaffen eine belastbare wirtschaftliche Grundlage für den gesamten Betrieb.
Nur wer seine Kosten kennt, kann profitabel steuern. Wir von bekumoo zeigen Ihnen wie es geht.
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