Viele Autohausbetriebe stehen heute unter doppeltem Druck: Auf der einen Seite sinken die Margen im Fahrzeugverkauf. Auf der anderen Seite steigen Fixkosten für Personal, Energie und IT. In dieser Situation gewinnt ein Bereich zunehmend an Bedeutung: das Aftersales-Geschäft.
Die zentrale Frage lautet: Wie viel wirtschaftliche Stabilität liefert Ihr After Sales Geschäft? Eine entscheidende Kennzahl zur Beantwortung dieser Frage ist die Service Absorption Rate (SAR) – oder wie manche sie nennen: die Unabhängigkeitsquote (wo kommt denn der Begriff her?). Sie zeigt, wie groß der Anteil Ihrer indirekten Betriebs- und Verwaltungskosten ist, der allein durch Service, Teile und Werkstatt gedeckt wird.
Was ist die Service Absorption Rate?
Die Service Absorption Rate beschreibt den Anteil der indirekten Betriebs- und Verwaltungskosten des Gesamtbetriebes, der durch den Deckungsbeitrag III aus dem Servicegeschäft gedeckt wird. Dazu zählen vor allem die Bereiche:
- Werkstatt- und Serviceleistungen rund ums Fahrzeug
- Teile- und Zubehörverkauf
Die Formel lautet:
DB III After-Sales / Gesamte indirekte Betriebs- und Verwaltungskosten x 100
= Service-Absorption-Rate
Beispiel:
DB III aus After-Sales: 250.000 €
Gesamte indirekte Kosten des Betriebs: 200.000 €
SAR = 125 %
Das bedeutet: Die indirekten Gesamtkosten des Betriebs werden komplett vom After Sales getragen – und 25 % des Deckungsbeitrags stehen darüber hinaus zur Deckung weiterer Gemeinkosten oder als Gewinn zur Verfügung.
Wichtig: Die indirekten Kosten sind alle Gemeinkosten, die für den laufenden Betrieb notwendig sind – wie Miete, Strom, Verwaltung oder IT. Sie betreffen alle Abteilungen und müssen gemeinsam getragen werden.
Sie wollen wissen, wie hoch Ihre aktuelle SAR ist? Wir helfen Ihnen bei der Analyse Ihrer Datenstruktur.
Warum die SAR zur strategischen Kennzahl wird
In Zeiten sinkender Fahrzeugmargen und unsicherer Lieferketten ist das Servicegeschäft für viele Autohäuser zur stabilsten Ertragssäule geworden. Die SAR hilft dabei, diese Stabilität messbar zu machen:
- Bei SAR < 100 %: Der Deckungsbeitrag aus dem After Sales reicht nicht aus, um die indirekten Gesamtkosten des Betriebs zu decken. Der Vertrieb muss den fehlenden Anteil ausgleichen.
- Bei SAR = 100 %: Der After Sales deckt exakt alle Fixkosten – der Betrieb ist theoretisch "vertriebsunabhängig".
- Bei SAR > 100 %: Der After Sales trägt zur Kostendeckung und zum gesamtbetrieblichen Ergebnis bei.
Darüber hinaus entfaltet die SAR auch im Unternehmen selbst Wirkung:
- zur Schärfung des Rollenverständnisses im After Sales
- zur Stärkung des Selbstbewusstseins von Serviceleiter:innen
- als strategische Zielkennzahl im Controlling
Und nicht zuletzt: Mit steigenden Kosten und leicht rückläufigen DB-Werten wird es immer wichtiger, das volle Potenzial des After Sales zu nutzen, um die Fixkosten zu decken.
Wir analysieren mit Ihnen, wie sich Ihre Zahlen optimieren lassen – von der Verrechnung bis zur Prozesssteuerung.
Was beeinflusst die Service-Absorption-Rate?
Mehrere Faktoren wirken direkt auf die Kennzahl ein:
- Auslastung & Produktivität der Werkstatt
- Verkauf von Zusatzleistungen und Teilen
- Verrechnungssätze und Deckungsbeiträge je Stunde
- Effizienz der Prozesse und Terminsteuerung
- Gesamthöhe der indirekten Kosten
Je besser die Prozesse im Servicebereich aufeinander abgestimmt sind, desto größer ist der Beitrag zur Fixkostendeckung.
Perspektivwechsel: Wie viel trägt eigentlich der Vertrieb bei?
Neben der SAR lohnt sich auch ein Blick auf die Vertriebs Absorption Rate: Wie viel Prozent der indirekten Kosten kann der Vertrieb mit seinem Deckungsbeitrag decken?
Mit Blick auf den Rückgang bei Neuwagenmargen, sinkende Verkaufszahlen und fehlende DB-III-Kalkulation im Vertrieb ist das eine hochrelevante Fragestellung.
Denn so wichtig der After Sales für die Fixkostendeckung ist – nur mit einem aktiven und erfolgreichen Fahrzeugvertrieb bleiben die Werkstätten voll ausgelastet.
Fazit: Die SAR ist der Realitätscheck für Ihr Autohaus
Die Service Absorption Rate zeigt, wie wirtschaftlich tragfähig Ihr Betrieb aufgestellt ist. Sie misst nicht nur Effizienz, sondern zeigt, wie viel Handlungsspielraum Sie im Vertrieb haben. Ein Autohaus mit hoher SAR ist weniger getrieben vom Absatzdruck und kann aktiv gestalten.
Und umgekehrt: Betriebe mit niedriger SAR müssen dringend analysieren, wo Potenziale im After Sales ungenutzt bleiben.
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